Mittwoch, 10. August 2016

Blaue Punkte und faule Eier

Nachdem wir Hobbiton verlassen haben und Markus sich wieder die Haare von den Hobbitfüßen rasiert hatte, ging es weiter zur Glowworm Cave nach Waitomo. Nur eine Stunde von Matamata entfernt, erwartete uns eine ganz andere Welt. Ein kleiner Fluss, der Dank des vielen Regens bereits über seine Ufer getreten ist und eine felsige Schlucht, die uns den Eingang zu der Höhle weißt, in der die Glühwürmchen leben.

In der beeindruckend hohen Kathedrale der Tropfsteinhöhle testeten wir die hervorragende Akustik bei einem Ständchen „We wish you a Merry Christmas“. Bei Temperaturen um 5 Grad fühlte sich Weihnachten auf einmal ganz nah an. Um die heimelige Stimmung noch zu verstärken, stiegen wir weiter in die Tiefe der Höhle hinab, bis wir am unterirdischen See angelangt waren. Was dann folgte, ist mit Worten kaum zu beschreiben. In unserem Kahn glitten wir wortlos und mit offenen Mündern unter tausenden, blau leuchtenden Glühwürmchen hinweg. Ein Anblick, als wäre die Milchstraße auf einmal zum Greifen nah. Verzaubert von diesem schönen Erlebnis stiegen wir am späten Nachmittag wieder in unseren Happy und machten uns auf den Weg nach Rotorua.

Rotorua hat seinen Spitznamen „Rottenrua“ nicht von ungefähr. Die gesamte Stadt befindet sich auf einer dünnen, an vielen Stellen sehr zerbrechlichen Oberfläche. Darunter befinden sich heiße und sehr geruchsintensive Quellen. Kurzum es stinkt. Ein unwirklicher Anblick, wenn es an allen Ecken blubbert und dampft. 

Sehr beeindruckend war der Besuch in Tewhakarewarewatangoateopetauaawahiao, einem der wenigen bewohnten Maori Dörfer, die für Touristen zugänglich sind. Gekocht wird einfach in heißen Öfen, die in die Erde eingelassen wurden. Die Hitze kommt durch die Wärme der heißen Quellen. Ebenso beläuft es sich mit dem Bad und bis zur Erfindung der Waschmaschine auch mit dem Wäsche waschen. Auch, wenn es mittlerweile alle modernen Annehmlichkeiten in diesem Dorf gibt, ist die Verbundenheit und die tiefe Wertschätzung der Natur ein Teil des Alltags der Dorfbewohner und etwas, was mich sehr beeindruckt hat.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen