Mit dem Tagesziel Westport, das bereits darauf hinweist,
wohin unsere Reise gehen wird, stiegen wir voller Vorfreude aufs Kommende in
unseren Camper. Beim Lebensmittelmarkt in Motueka, es war mal wieder Sonntag,
deckten wir uns mit dem nötigsten an Gemüse und Obst ein. Entlang des Buller
River, der uns die Hälfte der Strecke bis zum Meer begleitete und mit einem
Stopp im Berlins Café, benannt nach einem kleinen Hügel, den wir erklommen
haben und mit einigen „ Wow, bleib mal stehen!“ und „Guck dir das mal an!“, kamen
wir recht zügig voran.
In Westport angekommen steuerten wir am Nachmittag noch das
Cape Foulwind an. Einer vom Wind umtoste Steilklippe mit Blick über das
Tasmanische Meer. Etwas weiter ging es zu einer Robbenkolonie, die wir uns
nicht entgehen lassen wollten. Abends fuhren wir zu einer Taverne, deren
freundlicher Besitzer es uns erlaubte, dort zu duschen und auf dem Parkplatz
mit Happy zu stehen. Im sehr gemütlichen Gemeinschaftsraum/ Bar / Restaurant
ließen wir uns einen Pitcher Bier zapfen sowie Fish and Chips und einen
leckeren Burger braten. Dort trafen wir auf Christian, einen sehr sympathischen
Typen aus Gotha, der allerhand zu erzählen hatte. Als Herr der Ringe Fans
hatten wir, bei einer Partie Billard, natürlich viel zu bereden und er konnte
uns einige gute Tipps für unsere weitere Reise geben, wohl wissend, dass wir
nicht alles davon schaffen würden.
Am nächsten Morgen trafen wir Christian an den Pancake Rocks
wieder. Ein vor Millionen von Jahren übereinander geschichteter Meeresboden, der
immer mehr vom Meer ausgespült wird und kurios schöne Felsformationen zurück
lässt.
Ohne zu wissen, wie weit wir eigentlich noch fahren wollten,
stiegen wir ins Auto und waren einmal mehr über die enormen Benzinpreise und das
schnelle Vorankommen überrascht. Denn die Ziele Franz Josef Gletscher und Fox
Gletscher lagen bereits vor uns. Gut ausgeschlafen, schnürten wir unsere Wanderschuhe und gingen mit hohen
Erwartungen dem Franz Josef Gletscher entgegen, um dort auf andere Touristen zu
treffen, die meine vorher gute Laune trübten. Muss man solche schönen Orte mit
aller Welt teilen? Ja, wenn man die normalen „pippi Tracks“ läuft! Von Tina
vorgeschlagen, liefen wir einen so unglaublichen und wunderschönen, auch anstrengenden
und vor allem Touristen freien Wanderweg,
der uns bis an den Rand des Gletschers führte. Im vom Gletscher ausgeschabten
Tal, ging es stets einen Natur belassenen Wanderweg Berg auf. Am Ziel
angekommen, blieb uns beim Ausblick kurz der Atem weg. Zu meiner Freude, hatten
wir diesen tollen Ort für uns allein.
Der Fox Gletscher zeigte sich am folgenden Tag leider nicht
von seiner besten Seite. Im Sonnenschein gestartet, zogen schnell graue Wolken
auf, die uns zur Abwechslung ordentlich durchnässten. Passend zum schlechten
Wetter, sahen wir den Fox Gletscher in einem traurigen Zustand. Vom Geröll
ergraut und weit zurückgezogen, durch die seit Jahren andauernde Schmelze. Dem
Franz Josef Gletscher ergeht es nicht anders.
Mit der sich spiegelnden Szenerie der Southern Alps, im Lake
Matherson und dem seltenen Blick auf den Mt. Cook, hieß es „Good Bye!“ Tasmanisches Meer und „Hallo!“ Schnee
bedeckte Berge, weite Täler und Kilometer lange blaue Seen.
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