Freitag, 9. September 2016

Go West

Mit dem Tagesziel Westport, das bereits darauf hinweist, wohin unsere Reise gehen wird, stiegen wir voller Vorfreude aufs Kommende in unseren Camper. Beim Lebensmittelmarkt in Motueka, es war mal wieder Sonntag, deckten wir uns mit dem nötigsten an Gemüse und Obst ein. Entlang des Buller River, der uns die Hälfte der Strecke bis zum Meer begleitete und mit einem Stopp im Berlins Café, benannt nach einem kleinen Hügel, den wir erklommen haben und mit einigen „ Wow, bleib mal stehen!“ und „Guck dir das mal an!“, kamen wir recht zügig voran.

In Westport angekommen steuerten wir am Nachmittag noch das Cape Foulwind an. Einer vom Wind umtoste Steilklippe mit Blick über das Tasmanische Meer. Etwas weiter ging es zu einer Robbenkolonie, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Abends fuhren wir zu einer Taverne, deren freundlicher Besitzer es uns erlaubte, dort zu duschen und auf dem Parkplatz mit Happy zu stehen. Im sehr gemütlichen Gemeinschaftsraum/ Bar / Restaurant ließen wir uns einen Pitcher Bier zapfen sowie Fish and Chips und einen leckeren Burger braten. Dort trafen wir auf Christian, einen sehr sympathischen Typen aus Gotha, der allerhand zu erzählen hatte. Als Herr der Ringe Fans hatten wir, bei einer Partie Billard, natürlich viel zu bereden und er konnte uns einige gute Tipps für unsere weitere Reise geben, wohl wissend, dass wir nicht alles davon schaffen würden.

Am nächsten Morgen trafen wir Christian an den Pancake Rocks wieder. Ein vor Millionen von Jahren übereinander geschichteter Meeresboden, der immer mehr vom Meer ausgespült wird und kurios schöne Felsformationen zurück lässt.

Ohne zu wissen, wie weit wir eigentlich noch fahren wollten, stiegen wir ins Auto und waren einmal mehr über die enormen Benzinpreise und das schnelle Vorankommen überrascht. Denn die Ziele Franz Josef Gletscher und Fox Gletscher lagen bereits vor uns. Gut ausgeschlafen, schnürten wir  unsere Wanderschuhe und gingen mit hohen Erwartungen dem Franz Josef Gletscher entgegen, um dort auf andere Touristen zu treffen, die meine vorher gute Laune trübten. Muss man solche schönen Orte mit aller Welt teilen? Ja, wenn man die normalen „pippi Tracks“ läuft! Von Tina vorgeschlagen, liefen wir einen so unglaublichen und wunderschönen, auch anstrengenden und  vor allem Touristen freien Wanderweg, der uns bis an den Rand des Gletschers führte. Im vom Gletscher ausgeschabten Tal, ging es stets einen Natur belassenen Wanderweg Berg auf. Am Ziel angekommen, blieb uns beim Ausblick kurz der Atem weg. Zu meiner Freude, hatten wir diesen tollen Ort für uns allein.

Der Fox Gletscher zeigte sich am folgenden Tag leider nicht von seiner besten Seite. Im Sonnenschein gestartet, zogen schnell graue Wolken auf, die uns zur Abwechslung ordentlich durchnässten. Passend zum schlechten Wetter, sahen wir den Fox Gletscher in einem traurigen Zustand. Vom Geröll ergraut und weit zurückgezogen, durch die seit Jahren andauernde Schmelze. Dem Franz Josef Gletscher ergeht es nicht anders.


Mit der sich spiegelnden Szenerie der Southern Alps, im Lake Matherson und dem seltenen Blick auf den Mt. Cook, hieß es „Good Bye!“  Tasmanisches Meer und „Hallo!“ Schnee bedeckte Berge, weite Täler und Kilometer lange blaue Seen.

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