Freitag, 2. September 2016

Zwischen Schafen und Meer

Die vergangene Woche, die wir jetzt bereits auf der Südinsel sind, verging im Wesentlichen mit 2 Hauptbeschäftigungen – Auto fahren und wandern. Da mir ein Bericht über vorbeiziehende Landschaften wenig spannend erscheint, möchte ich euch von unseren 2 schönsten Wandertouren berichten. 

Die Erste begann nach einer Nacht auf dem wunderschönen Campingplatz „The Barn“ am Eingang zum Abel Tasman Nationalpark. Sie begann auch weniger damit, dass wir uns die Wanderstiefel schnürten. Viel mehr zwängten wir uns in Neoprenanzüge und Wasserschuhe und bekamen an einem sonnigen Morgen von unserem Sonnenschein Sarah eine knappe Einführung in das Hochseekajak, welches uns, wenn alles gut geht, in 3 Stunden zu einer Bucht bringt, von der aus wir uns zu Fuß auf den Rückweg machen. Noch eine kurze Tour zu Fuß über den, durch Ebbe, endlos breiten Strand und dann standen wir 2 in voller Montur vor der Brandung und waren bereit uns über die hereinbrechenden Wellen den Weg aufs Meer zu erkämpfen. Sarah begleitete uns noch ein Stück mit ein paar Tipps und überließ uns dann dem Wind, den Wellen und unserer Abenteuerlust.

Da ich ja nun wohl behütet im Camper sitze, ist folglich alles gut gegangen. Wir hatten eine wunderschöne Kajaktour entlang goldener Strände, einsamer Buchten und schroffer Felsvorsprüngen. Markus‘ eisernem Willen zu der vorgelagerten Insel zu paddeln, musste ich mich beugen. Eine Extratour, die mit der Beobachtung einer Robbenkolonie auf der Insel belohnte und auf dem Rückweg mit ordentlichem Wellengang und Gegenwind all unsere Kraft und Mut erforderte. Nachdem wir sicher am Strand von Anchorage aufgelaufen sind, gab es Sandwiches zur Stärkung und ab ging es auf der ersten Etappe des Abel Tasman Coast Track, der sich auf einer Strecke von 54 km entlang der Küste erstreckt und in 5 Tagen bewandert werden kann, zurück nach Marahau. Erschöpft und glücklich liefen wir bei Sonnenuntergang unserem Happy entgegen und gönnten uns eine weitere Nacht auf dem schönen Campingplatz.

Eine Tour der ganz anderen Art erlebten wir 2 Tage später am nördlichsten Punkt der Südinsel, dem Cape Farewell. Es ging kreuz und quer über grüne Hügel, auf denen überall um uns herum Schafe genüsslich das saftige Gras abkauten und wir uns über ihre Hinterlassenschaften hinweg einen Weg zum nächsten Hügel bahnten. Willkommen auf dem Hilltop Walk. Und wir können bestätigen, dass man wirklich jeden Hügel besteigt, der sich einem auf dem Weg zum Leuchtturm in den Weg stellt. Eine Wanderung, die zwar anstrengt, aber mit wunderschönen Ausblicken über die Steilklippe, die grünen Hügel und den Ozean entschädigt. Unser Ziel war der Wharariki Beach. Ein Seelöwe, der sich vor uns den Weg zurück in die Flußmündung bahnte, kündigte das Erreichen des Strandes an. Ein weißer, endlos erscheinender Sandstrand, menschenleer, lag zu unseren Füßen und peitschte uns seinen feinen Sand gegen die nackten Beine. Geschafft aber glücklich ließen wir uns im Schutz eines Felsens im Sand nieder und beobachteten 3 kleine Robben, die sich ihre Zeit damit vertrieben, in den Wellen zu surfen, die sie an den Strand spülten. Der Weg zurück führte uns über eine Schotterpiste von der wir dann auch einen Ausblick auf den Felsen hatten, der den Hügeln seinen Namen gibt, Old Mans Range.


Von diesem Punkt wird es in den nächsten Wochen erst mal Richtung Süden gehen. Unser nächstes Ziel ist die Westküste, an der wir bekannten Zielen, wie dem Mt. Cook, dem Franz-Joseph-Gletscher und dem Milford Sound  immer näher kommen.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen