Bereits am Franz-Joseph-Gletscher fiel mir beim
umherschweifen auf einer Landkarte des Aoraki Nationalpark eine Hüttte ins
Auge. Die Mueller Hut. Wer kein ü in seinem Alphabet hat und trotzdem einer
Hütte, einem See und einem Gletscher diesen Namen gibt, muss damit einen ganz
besonderen Ort meinen. Nachdem uns der freundliche I-Site Mitarbeiter die
Schönheit der Natur auf dem Weg zur Hütte bestätigte und uns unbedingt zu der
2-tägigen Wanderung riet, war die Sache klar.
2 Wochen später war es soweit. Entlang des schönen Lake
Pukaki ging es dem Aoraki Mount Cook Village entgegen, von wo aus der Aufstieg
beginnt. Meine Enttäuschung konnte ich kaum verbergen, als uns die Dame der
Touriinfo fragte, wie gut wir mit Steigeisen und Eispickel umgehen können. Da
wir die Ausrüstung weder dabei, noch jemals in der Hand hatten, mussten wir
einsehen, die Mueller Hut werden wir nicht erklimmen können. Wir folgten dem
Vorschlag die Tour so weit zu gehen, bis wir das Schneefeld erreichen und dann
aber bitte, bitte umzukehren. Uns erwartete ein steiler, sehr steiler Aufstieg.
Fast senkrecht schraubten sich die Stufen die Felswand hinauf und so erreichten
wir schnell eine Höhe, von der wir einen atemberaubenden Ausblick auf den Mount
Cook und das davor liegende Tal genießen konnten. Wir überholten 2 Wanderer,
die uns mit großem Rucksack, Ski, Steigeisen und Axt auf dem Rücken noch einmal
unsere mangelnde Ausrüstung für das Vorhaben Mueller Hut verdeutlichten.
Die Wanderung war trotzdem wunderschön. Wir freuten uns,
fernab der großen Touristenströme, dem gewaltigen Berg nochmal so nahe zu
kommen und verbleiben mit dem Vorsatz, den Aufstieg zur Mueller Hut zu einer
anderen Jahreszeit noch einmal zu versuchen.
Die Nacht verbrachten wir am Ufer des Lake Pukaki. Und da
Millionen Sterne auf uns herabsahen, entschieden wir den nächsten Abend am Lake
Tekapo zu nutzen, um uns in die Reihe der Fotografen einzuordnen und ein Foto
der meist fotografiertesten Kirche der Welt zu schießen.
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