„Klatsch und Tratsch“
Immer wenn es darum geht, dass sich Freunde unter einander
lange nicht sehen, kommt es zu Vermutungen und Mutmaßungen, was in dieser Zeit
geschieht. Ich komme schwanger wieder und Tina startet eine Karriere als
Bloggerin, vielleicht sind wir ja auch verlobt oder sogar verheiratet, wenn wir zurückkommen? Pfff…, vielleicht werde ich schwanger aussehen, wenn
ich weiter jeden Tag eine heiße Schokolade trinke, aber es wird sich nichts
verändert haben. Einzig unsere Einstellung zu manchen Sachen und die
Gewissheit, dass es uns allen in Deutschland sehr gut geht.
Wir sind jetzt bereits seit fast einem Monat mit Happy
unterwegs und auf so einem engen Raum, sollte es eigentlich schon zu Reibereien
gekommen sein. Aber wer uns kennt, der kann sich das bestimmt nicht vorstellen
und so ist es auch. Wir fühlen uns wirklich wohl und jeder hat seine Aufgaben.
Tina sorgt dafür, dass alles verstaut und gesichert ist und ich versuche stets,
all unsere Gerätschaften aufgeladen zu halten, damit wir euch weiterhin Fotos
und Nachrichten schicken können.
PS: “Tina lässt überall ihr Socken liegen!“
…“ Und Markus puppst im Camper, wenn er denkt ich sei länger
weg!“
„Nicht alles ist aus
Zucker“
Nicht immer sieht die Welt wie eine Postkarte aus. Es gibt
Momente, da regnet es 3 Tage lang und meine Laune ist am Tiefpunkt, weil wir im
Dunkeln durchs Niemandsland fahren, unser Benzin ausgeht und wir uns immer
weiter von der letzten Tankstelle entfernen. Dazu haben wir noch keine Lösung
für einen Stellplatz gefunden. An anderen Tagen gefriert unser Atem am Fenster und
der Wasserhahn auf dem Stellplatz ist zugefroren. In den Nationalparks oder an
verlassenen wunderschönen Plätzen stehen Duschen und warmes Wasser nicht zur
Verfügung. Da wird nachts mit Kopflampe die Toilette gesucht oder sich bei minus graden gewaschen. Das alles ist ein Abenteuer und macht uns beide
erfinderisch und härtet ab.
PS: „Kinder unter 5 Jahren dürfen die Toilette nur in
Begleitung ihrer Eltern besuchen“ ( Plumpsklo oder auch „das Loch ohne Wiederkehr“)
Vieles lernen wir hier anders zu schätzen und zu missen. Sei es morgens
nur mit Schlüppi aufzustehen und ins heimische Bad zu gehen und sich nicht erst
komplett ankleiden zu müssen und im Regen zur Toilette zu laufen. Oder einen
Heißhunger auf Schwarzbrot zu haben und sich wie kleine Kinder zu freuen, weil
es die zuvor erspähten Brötchen zum Frühstück gibt. Wir werden auch nie wieder
über die Supermarktpreise in Deutschland meckern. Da Tomaten das Kilo zwischen
6-8 € kosten und grüne Gurken und Paprika so teuer sind, dass sie selten in
unseren Einkaufskorb landen.
Wir wollten das Abenteuer und da ist es!!
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